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Rolando Villazón begeistert 1100 Konzertbesucher im Kuppelsaal

Meister des Belcanto

Standing Ovations für die Pianistin Carrie-Ann Matheson und Star-Tenor Rolando Villazón. Konzertfotos: Lars Andersen

Autor:

Lars Andersen

HANNOVER. Rolando Villazón gehört zu den weltweit erfolgreichsten Tenören und wird heute in einem Atemzug mit José Carreras und Plácido Domingo genannt. Seit seinem triumphalen Debüt bei den Salzburger Festspielen 2005, an der Seite von Anna Netrebko, erntet er Standing Ovations in den bedeutendsten Opernhäusern der Welt. Mit seiner derzeitigen Konzerttournee „Schätze des Belcanto“ kehrt Villazón zu den Wurzeln der romantischen italienischen Gesangstradition zurück und präsentiert eine Liederauswahl der Belcanto-Zeit. Begleitet wird der mexikanische Ausnahmetenor von der kanadischen Pianistin Carrie-Ann Matheson.

Belcanto, die leichtfüßig gezeichnete Form der großen Opernarie, entstand zu Beginn des 17. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Monodie und der Oper. Zu den bekanntesten Künstlern dieses Musikstils zählen heute Anna Netrebko, Joyce Di Donato, Jonas Kaufmann oder Elina Garanca.

Der 45-Jährige beginnt den Abend mit den „arie antiche“ – singt als Opener „Per la gloria d’adorarvi“, ein immer noch populäres Konzertstück aus Bononcinis Oper „Griselda“, gefolgt von „Tre giorni son che Nina“, einer der berühmtesten Arien der neapolitanischen Barockoper.

Stimmgewaltige Performance
  • Stimmgewaltige Performance

Der künstlerische Leiter der „Mozartwoche in Salzburg“ singt die musikalischen Perlen der italienischen Meister mit viel Hingabe. Ob Bellinis beseeltes „Vaga luna, che inargenti“ oder Rossinis beschwingtes „La danza“ – jedes einzelne Musikstück wird für einen Belcanto-Liebhaber zum besonderen Erlebnis. Villazón bezeichnet seine melodischen Lieder als Miniatur-Opern, da sie alle mehr oder weniger von den großen Opernkomponisten stammen. Der Wahl-Franzose lebt in seinen Liedern – trauert, träumt, leidet, wirkt manchmal lustig, aber auch explosiv.

Mit Verdis „L’esule“ endet die eigentliche Setlist des Tenors, der aber erst nach fünf Zugaben die Bühne verlässt. Einige der Konzertbesucher fordern in gemäßigter Lautstärke einen sogenannten „Ohrwurm“ – der folgt aber erst ganz zum Schluss in Form eines neapolitanischen Volksliedes, das sich schon zu Zeiten der Drei Tenöre als echte Applausbombe erwiesen hat.

Vor der letzten Zugabe wendet sich der Opernsänger mit einer dringenden Bitte an die Konzertbesucher: „Liebe Freunde, ich möchte euch ermutigen, Geld für die mexikanischen Erdbebenopfer zu spenden – auf diesem Weg meine Spendenkampagne zu unterstützen. Der Endbetrag soll dann an das mexikanische Rote Kreuz überwiesen werden. Mehr auf meiner Facebook-Seite www.gofundme. com/adelante-mexico“.

Danach wird es noch einmal richtig stimmungsvoll: „Jamme, jamme ‚ncoppa, jamme jà, funiculì, funiculà!“ – Rolando Villazón dirigiert das gesamte Publikum, welches begeistert den Text von „Funiculì, funiculà!“ mitsingt.

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